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Birke :: Draft

Die grüne Nevillebrücke als Modell für einen klimafitten Wienflusskanal.

TODO

Dies ist ein erst sehr grob skizzierter Artikel …

Gräser auf der Trennmauer zur U4

Der Wechsel in die Froschperspektive offenbart ein anderes Detail, welches uns noch beschäftigen wird: Auf der Trennmauer zur U4 wachsen vereinzelt Gräser, die wüchsen sie etwas größer und vor allem durchgängig, uns den Anblick dieser unsäglich hässlichen, verrosteten Eisenplatten ersparen würden, welche die Mauerkrone zieren. Gräser auf der Trennmauer zur U4 – leider nur vereinzelt, wenn sich Ritzen im Mauerwerk gebildet haben.

Die Pläne dafür, von der M22 entwickelt, hätten vorgesehen, statt nackerter Eisenplatten eine Wanne befüllt mit Magerwiesensubstrat, ähnlich wie es auf Gründächern verwendet wird, zu montieren. Dort sollen und werden keine mächtigen Veichii-Polster gedeihen. Der Wurzelraum wäre viel zu klein und ohne Bewässerung geht jede normale Pflanze dort ein. Überlegen würden nur die Spezialisten, wie wärmeliebende und Trockenheit ertragende Tiere, zum Beispiel Wildbienen und Pflanzen wie sie auch im Hochgebirge vorkommen (Sedum, …).

Die Vorteile lägen auf der Hand:

  • Im Wind wogende Gräser bieten einen sehr viel ästhetischerern Anblick als rostige Platten
  • Artenvielfalt – Platze für Lebewesen, welche im die Nevillebrücke dominierenden Wein nicht gedeihen können. Diversität stabilisiert die Ökosysteme.
  • Schutz für den Baukörper: Statt in Mauerritzen wachsen die Gräser dann in einem definierten Bereich; reduziert werden auch die Temperatur­schwankungen und damit die Rissbildung
  • Beitrag zur „Schwammstadt“: Niederschläge werden gespeichert und vor Ort später verdunstet – auch das ein kleiner Beitrag zur Temperaturabsenkung im Sommer.
Pläne der MA22 aus 2008 zur Bepflanzung der Mauerkrone wurden vom BDA abgelehnt. Heute rosten dort blanke Eisenplatten vor sich hin.

Die sich heute schon wild angesiedelten Pflanzen wollen entdeckt werden; doch hat mensch dafür einmal ein Auge entwickelt, entdeckt er gar nicht so wenige davon.

Eine kleine, sehr tapfere Birke auf der Mauerkrone sorgt für einen Hauch von Ästhetik auf dieser seit ~1900 denkmalgeschützten Baustelle.
... bei genauem Hinsehen entdecken wir, dass sie in einem Mauerspalt wächst. Ob für den Erhalt des Bauwerks ein von der Mauerkrone isolierter Wurzelraum nicht besser wäre?

In diesem Zusammenhang sollte eine mir reichlich absurd erscheinende Entscheidung des Denkmalamtes (BDA) vielleicht überdacht werden: Die Trennmauer zwischen U-Bahntrasse und Wienfluss, wäre mittels oben aufgestellter Pflanztröge leicht zu begrünen. Das wurde vom BDA aber aus Gründen des Denkmalschutzes abgelehnt. Diese Entscheidung ist aus zweierlei Gründen bemerkenswert:

  1. Wurden kurze Zeit später bis heute vor sich hinrostende Eisenplatten auf die Stützmauern geschraubt (im Foto oben auf der rechten Bildseite gut zu sehen). Die sind für das Denkmalamt also ok? Oder hat sich da jemand einen Scherz erlaubt und das Amt hat es noch nicht mitbekommen …
  2. Wird mit dieser Entscheidung eigentlich eine Baustelle unter Denkmalschutz gestellt. Die Mauern schauen ja so aus wie sie ausschauen, weil die Ende des 19. Jahrhunderts geplante Über­plattung niemals fertig gestellt wurde – und sicherlich auch nicht mehr wird.

Wie auch immer diese Diskussion weiter geht. Die rechte Seite der Wien ist ohnedies die kühlere, weil sich hier die Mauer selbst beschattet. Links hingegen wären solche Maßnahmen dringend notwendig.


Quellen

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Nevillebrücke

https://www.meinbezirk.at/mariahilf/c-politik/neuer-coolspot-fuer-mariahilf-und-margareten_a4730441

Bildnachweise

Andreas Groll (Fotograf), Wienfluss - Nevillebrücke - Blick vom rechten Flussufer stromaufwärts gegen die Brücke, um 1853, Wien Museum Inv.-Nr. 29173, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/103277/)

Friedrich Jasper (Drucker), Josef Löwy (Reproduktionstechniker), Verlag d. Vereines v. gold. Kreuze. (Hersteller), Verlag bzw. k. u. k. Universitätsbuchhandlung R. Lechner (Wilh. Müller) (Fotograf), Wienflussregulierung - Nevillebrücke, Ansichtskarte, um 1900, Wien Museum Inv.-Nr. 166719, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/332717/)

August Stauda (Fotograf), 6., Brückengasse 6, um 1907, Wien Museum Inv.-Nr. 33258, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/101060/)

Extrawurst, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sonstige Farbphotographien Ingo Lantschner, August 2022

Dieser Artikel ist Teil der
Serie Wienfluss